98 % DER MEDIKAMENTÖSEN THERAPIEN WERDEN DURCH DIE BLUT-HIRN-SCHRANKE VOM GEHIRN FERNGEHALTEN.

Etwa 98 % aller bekannten Medikamente erreichen das Gehirn aufgrund der Blut-Hirn-Schranke (BHS) nicht. Diese biologische Barriere schützt das Gehirn zwar zuverlässig vor Krankheitserregern, verhindert jedoch auch die Wirksamkeit vieler Therapien wie Chemotherapien, Antikörpern und Gentherapien. Sie stellt den größten Engpass in der Entwicklung neurologischer Medikamente dar. Um diese Einschränkung zu kompensieren, greifen Ärzte oft zu hohen systemischen Dosen oder invasiven Verabreichungsmethoden, was Toxizität, Kosten und Nebenwirkungen erhöht. Weltweit sind 60–70 Millionen Patienten betroffen – darunter Menschen mit Hirntumoren, neurodegenerativen und genetischen Erkrankungen – und ihnen stehen meist nur begrenzte Therapieoptionen zur Verfügung.
THERASONIC ÖFFNET DIE BLUT-HIRN-SCHRANKE MIT FOKUSSIERTEM ULTRASCHALL
TheraSonic ermöglicht erstmals eine gezielte, nicht-invasive Öffnung der BHS, um Medikamente sicher ins Gehirn zu transportieren. Die Technologie nutzt transkraniellen fokussierten Ultraschall (FUS), um eine lokale, vollständig reversible Permeabilisierung der BHS zu bewirken. Dadurch gelangen therapeutische Moleküle gezielt in erkrankte Hirnregionen. Der Eingriff ist schmerzfrei, ambulant durchführbar und dauert weniger als eine Stunde. Ein robotergestütztes Navigationssystem ermöglicht präzise und wiederholbare FUS-Zielsteuerung, wodurch mehrere Hirnareale – beispielsweise Metastasen oder großflächige degenerative Regionen – in einer Sitzung behandelt werden können. Dies erleichtert wiederholte Behandlungen und integriert sich nahtlos in bestehende klinische Abläufe.

TIERVERSUCHE ZEIGEN VERDOPPELTE ÜBERLEBENSRATEN
Die Technologie von TheraSonic basiert auf über 15 Jahren Forschung an CEA und CNRS. Unter der Leitung der Mitgründer B. Larrat und A. Novell, international anerkannten Experten für therapeutischen Ultraschall, entstand ein einzigartiges wissenschaftliches Fundament. Mehr als 40 peer-reviewte Publikationen dokumentieren die Wirksamkeit und Sicherheit der Methode. In Nagetiermodellen führte die FUS-vermittelte Öffnung der BHS zu bis zu 19‑fach höherer Wirkstoffabgabe über verschiedene Molekülgrößen hinweg sowie zu einer 2,5‑fachen Verbesserung der Wirksamkeit – mit einer Verdopplung der Überlebensrate bei Hirntumoren. Studien an nicht-humanen Primaten bestätigten eine reproduzierbare, sichere Öffnung ohne Nebenwirkungen und eine 7‑fach gesteigerte Wirkstoffkonzentration in den Zielarealen.
ERSTE KLINISCHE STUDIE AM MENSCHEN IM JAHR 2026
Nach den erfolgreichen präklinischen Ergebnissen hat TheraSonic im Februar 2026 die Zulassung für eine First‑in‑Human‑Studie (FIH) beantragt. Diese Studie zu Hirntumoren wird vom renommierten Krebszentrum Gustave Roussy – Europas führender onkologischer Einrichtung – gesponsert. Der erste Patient soll Mitte 2026 behandelt werden, was den entscheidenden Übergang von der präklinischen Forschung zur klinischen Anwendung markiert. Zur Unterstützung dieser nächsten Entwicklungsphase sicherte sich TheraSonic 2,7 Mio. € Finanzierung, davon 1 Mio. € Eigenkapital von M2Care und Gustave Roussy. Eine weitere Pilotstudie zu Hirnmetastasen befindet sich bereits in Vorbereitung und ist für 2028 vorgesehen.

EINE VIELSEITIGE PLATTFORM FÜR HIRNERKRANKUNGEN
Über die Krebsbehandlung hinaus bietet TheraSonic vielversprechendes Potenzial für ein breites Spektrum neurologischer Indikationen, darunter Alzheimer, Parkinson, genetische Erkrankungen und lysosomale Speicherkrankheiten. Durch die vorübergehende Öffnung der Blut-Hirn-Schranke ermöglicht es bestehenden und zukünftigen Therapien, wirksamere Konzentrationen im Gehirn zu erreichen. Dies schafft bedeutende strategische Möglichkeiten für Partnerschaften, Lizenzvereinbarungen und Übernahmen durch große Pharma- und Medizintechnikunternehmen.
WARUM GERADE JETZT?
TheraSonic agiert an der Schnittstelle zweier stark wachsender Märkte: neurologische Erkrankungen und therapeutischer Ultraschall. Weltweit leiden etwa 70 Millionen Menschen an behandlungsbedürftigen Hirnerkrankungen – bis 2050 dürfte diese Zahl auf über 150 Millionen steigen. Der globale Markt für therapeutischen Ultraschall hat ein heutiges Volumen von rund 3,5 Milliarden US‑Dollar und soll bis 2030 auf 6,9 Milliarden anwachsen. Diese Dynamik wird verstärkt durch die wachsende Nachfrage nach nicht-invasiven Behandlungen und die Entwicklung von über 1.800 Wirkstoffkandidaten für neurodegenerative Erkrankungen.
THERASONIC SAMMELT MITTEL FÜR DIE MARKTREIFE
Die aktuelle Finanzierungsrunde dient der Industrialisierung des klinischen Prototyps, der Vorbereitung regulatorischer Verfahren und der Entwicklung der ersten Serienversion. Mit einer robusten wissenschaftlichen Validierung und einer anlaufenden klinischen Studie will TheraSonic das volle Potenzial innovativer Therapien erschließen – um die Behandlungsmöglichkeiten bei Gehirnkrankheiten weltweit nachhaltig zu erweitern.